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Wir über uns
…. Kurzdarstellung des KBV „Bahn rein“ Zetel-Osterende
Ein Artikel „Wir über uns“ erschien bereits 1985 in der Presse. Er war seinerzeit vom damaligen 1. Vorsitzenden Heinrich Bohlen verfasst worden. Seine Darstellungen wurden in einigen Bereichen abgeändert und dem Jahr 2010 angepasst.
Im April 1927 wurde aus einer Unterhaltung zwischen 13 jungen Männern aus den Zeteler Ortsteilen Osterende und Westerende die Idee der Gründung eines Klootschießer- und Boßelvereins Osterende geboren. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Initiatoren Mitglieder beim KBV Zetel gewesen, der im gleichen Jahr sein 25jähriges Bestehen feierte.
 Bildbeschreibung: Die Gründer des KBV „Bahn rein“ Osterende, stehend von links: Johann Placküter (später Rolfs), Johann Grone, Hermann Weidhüner jun., Heinrich Uehlken, Fritz Evers, Hermann Gerdes, Friedrich Hullen, Alfred Weidhüner, Wilhelm Carstengerdes, sitzend von links: Ernst Placküter (später Rolfs), Hermann Weidhüner sen., Gerhard Carstengerdes, Johann Meinen
Am 30. April 1927 trafen sich 18 Friesenspieler zur Gründungsversammlung. Nach einer kurzen Aussprache wurde die Gründung des KBV „Bahn rein“ Osterende beschlossen und Hermann Weidhüner sen. zum ersten und Eduard Hullen zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Die Aufgabe des Schrift- und Kassenführers übernahm Hermann Gerdes. Der Beitrag betrug im halben Jahr 1, -- RM, ebenfalls wurde als Eintrittsgeld 1,-- RM erhoben. Im Statut aus dem Jahr 1930 heißt es wörtlich: „Der Zweck des Vereins ist, das althergebrachte Volksspiel nach besten Kräften zu fördern, durch fleißig abzuhaltende Übungen eine größere Fertigkeit im Kugelwerfen und dadurch ein reges Interesse für die Sache zu erzielen.“ Weiter heißt es unter § 3: „Jede unbescholtene Person, die konfirmiert und in der Gemeinde Zetel ansässig ist, kann Mitglied des Vereines werden.“ Eine Tatsache, über die wir heute noch schmunzeln können. Natürlich kann jeder Interessent dem Verein ohne großen Beschluss beitreten und ist durch seinen Beitritt gleichzeitig beim Deutschen Sportbund versichert.
Bereits im Jahre 1929 wurde eine Vereinsfahne (siehe nachfolgende Abbildung), die die Klootschießer noch heute mit zum Feldkampf nehmen, von Alma Oldewedeken und Anna Fehners fertiggestellt.

Die Versammlungen wurden laut Beschluss abwechselnd monatlich, später auch vierteljährlich, bei den Mitgliedern abgehalten.
Den ersten Wettkampf im Boßeln bestritten die Osterender gegen die Friesenspieler aus Neuenburgerfeld, ausgetragen auf der Straße Ruttel – Marx. Bis zum Kriegsbeginn im Jahr 1939 hat der Verein an Wettkämpfen regen Anteil genommen. Es wurde nicht nur geboßelt, sondern auch die Klooten in die Hand genommen. Austragungsort der Feldkämpfe war das Gelände zwischen Osterende und Blauhand und in der Zetelermarsch.
Vereinsintern wurden jährlich Wander- und Vereinspreiswerfen abgehalten, wobei jeder Teilnehmer einen Preis erhielt. Diese Regularien haben zum Teil noch heute Bestand, lediglich das reine Vereinspreiswerfen für die Erwachsenen wurde später mangels Interesse eingestellt.
Interessant ist noch ein Blick in das Kassenbuch zu jener Zeit. So zahlte man im Jahre 1932 für ein Paar Bleiboßel 2,50 RM, für Pockholzboßeln 6,-- RM. Auf der Einnahmen- bzw. Ausgabenseite finden wir Beträge zwischen 1,-- RM und 5,-- RM für gewonnene bzw. verlorene Wettkämpfe. Es kam nicht selten vor, dass die Werfer auch aus der eigenen Geldbörse zahlen mussten.
Wie in fast allen Sportarten kam das Vereinsleben während der Kriegszeit zum Erliegen. Am 07. Juni 1946 rief der 1. Vorsitzende Friedrich Meinen seine alten Boßelfreunde wieder zusammen, um dem Verein neue Impulse zu geben.
Zum 40jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 1967 wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft, die bei größeren festlichen und sportlichen Angelegenheiten, jedoch auch wenn ein Vereinsmitglied zur letzten Ruhe gebettet wird, die Mannschaften bzw. Abordnungen begleitet.
Nach mehreren Jahren mit Übungsboßeln und vereinzelten Wettkämpfen wurde im Oktober 1972 die Frauenabteilung des Osterender Klootschießer- und Boßelvereins „Bahn rein“ gegründet.
Als der Landesverband Oldenburg im Jahre 1974 die Einführung von Punktkämpfen für das Straßenbosseln beschloss, begann, wie bei vielen anderen Klootschießer- und Bosselvereinen, auch beim Osterender Verein der große Aufschwung.
1979 wurde der Verein KBV „Bahn rein“ Osterende, in der Hoffnung einen größeren Personenkreis anzusprechen, in KBV „Bahn rein“ Zetel-Osterende umbenannt. Mit Erfolg, denn mit seinen knapp unter 300 Mitgliedern ist Zetel-Osterende mit einer der größten Vereine im Friesischen Klootschießerverband. 1982 erfolgte der Eintrag beim Amtsgericht Varel als e. V.
Der KBV „Bahn rein“ Zetel-Osterende war in der Vergangenheit im Boßelsport auf Kreis-, Landes- und Landesverbandsebene überaus erfolgreich. Ergebnisse dazu werden unter der Rubrik „Vereinsgeschichte“ zusammengestellt.
Auch das Klootschießen wurde neben dem Boßeln nicht vergessen. Der Verein kann mit Stolz auf zahlreiche Erfolge zurückblicken.
In den Sommermonaten spielten viele Osterender Boßler mit großem Erfolg Schleuderball beim TuS Zetel, BV Schweinebrück-Osterende, SBV Zetel und heute noch beim TuS Grabstede.
Neben dem umfangreichen sportlichen Angebot pflegt der Verein auch das Kulturelle. In Verbindung mit seinen Vereinsfesten führte die Spielgruppe des Vereins oft ein Theaterstück in plattdeutscher Sprache auf, erstmalig 1934 in der Gaststätte Hobbie. Bis in die 80er Jahre hinein waren Ein- oder Dreiakter Höhepunkte der Veranstaltung. Weiterhin sorgen Kinderfeste, die Mitorganisation des Zeteler Ferienprogramms, Fahrten und Lichtbildervorträge für die Senioren, Jux-Boßeln zum Jahresende, Weihnachts- und Jahresabschlussfeste für ein umfangreiches Jahresprogramm. Auch der jährliche Preisskat wird immer wieder gut besucht.
Kohlpartien, Boßlerball zu Ostern, Stände auf dem Straßenfest gehören heute leider der Vergangenheit an.
Um die alte Tradition der Sommerfeste in den Vereinen zu erhalten und um die Spitzenwerfer des Friesischen Klootschießerverbandes zu einem Wettkampf außerhalb des regulären Terminkalenders zu locken, musste etwas Neues her. Jens Hullmeine überraschte auf der Weihnachtsfeier des KBV Zetel-Osterende im Jahre 1993 seine Vereinskollegen mit der Idee, ein Boßelturnier im KO-System auszutragen, bei dem es interessante Geldpreise zu gewinnen gibt. Trotz kritischer Stimmen wurden die Planungen umgesetzt und der „High-Light-Cup“ startete erstmalig 1994. Es war ein Volltreffer, wie sich herausstellen sollte, denn 2010 wurde dieser Cup bereits zum 17. Mal ausgeworfen und für viele Vereine war das Jahr 1994 der Anlass, ähnliche Pokalwerfen zu veranstalten. Einzelheiten über den Anfang und das ganze Drumherum des „High-Light-Cup“ wird demnächst unter der „Vereinsgeschichte“ beschrieben.
Derzeit nimmt der KBV „Bahn rein“ Zetel-Osterende mit jeweils drei Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften am Punktspielbetrieb teil. Zusätzlich starten weitere Mannschaften in allen Altersklassen bei den Rundenwettkämpfen.
Unser Vereinslokal ist der Wehde Hof, Treffpunkt zur Friesischen Wehde, Inhaber B. Tepe!
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